Das INSTITUT FÜR SOZIALE GEGENWARTSFRAGEN FREIBURG e.V. lädt ein:
am 29. August 2026 nach Berlin zum
SYMPOSION „BODEN, EIGENTUM, COMMONS“ – Jenseits von Privat- und Staatseigentum
Wenn heute über Boden, Eigentum und Commons gesprochen wird, erscheint meist ein Gegensatz, der vertraut klingt, aber gerade deshalb irreführend ist: der Gegensatz zwischen Privateigentum auf der einen und Staatseigentum oder Gesellschaftseigentum auf der anderen Seite. Denn vielleicht liegt die eigentliche Frage gar nicht zuerst darin, wer Eigentümer ist. Vielleicht ist die tiefere Frage vielmehr, welche Art von Rechten wir an Güter knüpfen, die keine gewöhnlichen Güter sind. Der Boden ist dafür der deutlichste Fall.
Denn Boden ist keine Ware wie andere Waren. Boden wird nicht von Menschen hervorgebracht, nicht produziert. Boden ist Naturgrundlage, Lebensgrundlage und Grundlage menschlicher Kulturentwicklung. Wer über Boden verfügt, verfügt daher nicht nur über einen Vermögensgegenstand, sondern über eine wesentliche Voraussetzung menschlichen Lebens und wirtschaftlicher Tätigkeit. Gerade deshalb ist die Eigentumsfrage am Boden so grundlegend. An ihr zeigt sich in zugespitzter Form, was vielleicht für die moderne Wirtschaftsordnung insgesamt gilt. Wenn Boden keine gewöhnliche Ware ist, wenn Wohnraum keine gewöhnliche Ware ist und wenn vielleicht auch Produktivvermögen nicht einfach reine Verfügungsmasse sein soll – welche Eigentumsordnung braucht dann eine freie Gesellschaft?
Vielleicht liegt genau darin eine zentrale Aufgabe der kommenden Zeit: bei der Eigentumsfrage nicht nur in den Kategorien Privat- und Staatseigentum zu denken, sondern Formen gebundener Verfügung und spezifische Ausgestaltungen von Eigentumsrechten zu entwickeln, in denen individuelle Freiheit und soziale Verantwortung zusammenwirken und bestimmte Güter der reinen Verwertungslogik entzogen werden. Entlang der Impulsbeiträge wollen wir diese Fragen in Diskussionen und Workshops gemeinsam bewegen.
PROGRAMM
Freitag, 28. August 2026 | Vorabend
17:00 Uhr: Orgelrezital mit anschließendem Empfang
Der Pianist, Organist und Komponist Parvis Hejazi (London/Bremen) spielt Werke von J. S. Bach, Mendelssohn Bartholdy, Messiaen und eine Improvisation über ein Thema von Benjamin Britten.
Ort: St. Michael, Michaelkirchplatz, 10179 Berlin-Mitte
17:00 Uhr: Orgelrezital mit anschließendem Empfang
Der Pianist, Organist und Komponist Parvis Hejazi (London/Bremen) spielt Werke von J. S. Bach, Mendelssohn Bartholdy, Messiaen und eine Improvisation über ein Thema von Benjamin Britten.
Ort: St. Michael, Michaelkirchplatz, 10179 Berlin-Mitte
Samstag, 29. August 2026 | Symposion
Ort: Rudolf-Steiner-Haus, Bernadottestraße 90–92, 14195 Berlin
Ort: Rudolf-Steiner-Haus, Bernadottestraße 90–92, 14195 Berlin
10:00 – 12:30 Uhr | Vormittagsprogramm: Impulse
- Helmut Woll: Gedanken zu Hans-Georg Schweppenhäusers „Die Macht des Eigentums“
- Karl Goebler: Jenseits von Privat- und Staatseigentum: Boden, Commons und gebundenes Verfügungseigentum
- Tilo König: Boden als Gemeingut? – Die bodenreformerische Perspektive
- Ulrike von Wiesenau: Die Rolle von Mega-Konzernen beim Bodenraub
12:30 – 14:00 Uhr | Mittagspause
14:00 – 17:00 Uhr | Nachmittagsprogramm: Workshops & Impulse
- Johannes Huober: Die Eigentumsfrage in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft: Wie die Kulturland e.G. und ErdmannHAUSER ein neues Verhältnis zur Erde stiften
- Ralf Neff: Moralische Entwicklung und der Blick auf die Boden- und Eigentumsfrage
- Heidjer Reetz: Eigentum und Bewusstseinsentwicklung im Verhältnis der Menschheit zum Planeten Erde
Musikalische Gestaltung: Nino Valeria Rabius
17:00 Uhr | Abschlussplenum: Nachklang und Ausblick
Zusammenführung der Ergebnisse und gemeinsame Perspektiven.
Zusammenführung der Ergebnisse und gemeinsame Perspektiven.
Veranstalter: INSTITUT FÜR SOZIALE GEGENWARTSFRAGEN Freiburg e.V. http://www.institut-fuer-soziale-gegenwartsfragen.de/
Veranstaltungsort: Rudolf-Steiner-Haus Bernadottestraße 90-92, 14195 Berlin
Anmeldung und Rückfragen: Bitte senden Sie Ihre Anmeldung an Ulrike von Wiesenau (agenturweidenfeld@gmail.com).
Wir heißen alle Interessierten herzlich willkommen und freuen uns über einen Spendenbeitrag.
